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2026

BERNINA prüft Verlagerung der Steckborner Produktion nach Thailand

Steckborn, 12. Januar 2026

BERNINA steht wegen der aktuellen Wirtschaftslage in den USA und des Dollar-Franken-Kurses unter wirtschaftlichem Druck. Um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, prüft das Unternehmen, die Steckborner Produktion ins bestehende Werk in Thailand zu verlagern. Ein Konsultationsverfahren mit der Mitarbeitervertretung wurde in die Wege geleitet.

Die traditionsreiche Nähmaschinenherstellerin BERNINA International AG mit Hauptsitz in Steckborn hat die Mitarbeitenden am 12. Januar 2026 darüber informiert, dass die Geschäftsleitung mit Zustimmung des Verwaltungsrates und der Inhaberfamilie die Verlagerung der Produktion aus dem Werk Steckborn ins Werk Thailand prüft. Mit der Personal­vertretung wurde ein Konsultationsverfahren zum geplanten Stellenabbau eröffnet. 

BERNINA ist im Jahr 2025 unter starken wirtschaftlichen Druck geraten. Die BERNINA Textilgruppe erwirtschaftet fast drei Viertel ihres Umsatzes in den USA (2024: 73.1%), davon rund 70% im Kerngeschäft mit Näh- und Stickmaschinen (2024: 69.6%). Die aktuelle Weltwirtschaftslage, allen voran die Entwicklung des Dollar-Franken-Kurses, stellen das Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Für das Jahr 2026 rechnet BERNINA mit weiteren geschäftlichen Risiken. In den USA mussten signifikante Preiserhöhungen durchgesetzt werden, deren Effekt auf die Nachfrage schwer abzuschätzen ist.

Am Standort Steckborn sind derzeit 334 Personen für BERNINA tätig, weltweit sind es 1246 Personen. In der Schweiz ist neben der Verwaltung die komplette Entwicklungsabteilung von BERNINA angesiedelt, ausserdem die Montage des Top-of-the-Line-Produktes BERNINA 990 sowie eine mechanische Teilefertigung. Eine Verlagerung der Fertigung vom Stammsitz Steckborn an den Standort Thailand würde maximal 40 Personen betreffen, primär aus Nähmaschinenmontage und Teilen der mechanischen Fertigung. Prototypenbau und das Logistikzentrum für Zubehör und Ersatzteile sollen in Steckborn bleiben.

Das Werk BERNINA Thailand wurde 1990 gegründet. Es befindet sich im Besitz der BERNINA Textilgruppe und steht unter Schweizer Leitung. Mit der möglichen Verlagerung der Schweizer Produktion ins Werk Thailand will BERNINA seine Profitabilität stützen. CEO Kai Hillebrandt: „Wir würden diesen Schritt ausserordentlich bedauern. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, den langfristigen Erfolg von BERNINA – und die verbleibenden Arbeitsplätze in Steckborn – zu sichern.“

Das Resultat des Konsultationsverfahrens wird am 11. Februar 2026 bekannt.* Ein Konsultationsverfahren ist im Falle einer Massenentlassung gemäss Obligationenrecht (OR) vorgeschrieben. Als Massenentlassung gilt in Betrieben mit mehr als 300 Arbeitnehmenden die Kündigung von mindestens 30 Beschäftigten aus wirtschaftlichen, technischen oder organisatorischen Gründen.

*Update vom 26.01.2026: Die Geschäftsleitung hat dem Antrag der Mitarbeitervertretung auf Verlängerung der Konsultationsfrist um eine Woche stattgegeben. Das Resultat des Verfahrens wird neu am 18. Februar bekannt. 

Die BERNINA International AG
Die Unternehmen der BERNINA Textilgruppe gehören zur weltweit tätigen Familienholding Fritz Gegauf Holding AG. Die BERNINA International AG mit Hauptsitz in Steckborn, Schweiz, nimmt eine führende Stellung im Premiumsegment für Näh- und Sticksysteme für anspruchsvolle, kreative Konsumenten ein. Der konsolidierte Jahresumsatz der BERNINA Textilgruppe betrug 2024 251 Mio. CHF.